• Anastasia | Mamigeflüster

Bewusster leben: Transparenz und Nachhaltigkeit

Aktualisiert: 19. März 2019

Bewusster leben und Nachhaltigkeit: Ein Trend, der scheinbar vielen den Kopf verdreht. Letztendlich auch mir. Für einige Menschen gehört Nachhaltigkeit zum Lebensmittelpunkt, andere leisten eher einen geringeren Anteil. Bewusster leben ist kein Wettkampf, wer ist schneller, besser, weiter. Es ist die Wahrnehmung der eigenen Umwelt und Gesundheit. Es sind Kleinigkeiten im Alltag und eine gewisse innere Einstellung. Ich bin kein Experte, kein Profi. Ich bin einfach nur eine Mama, eine Frau, die über ihre Erfahrung und Ansichten spricht.


Schubladendenken in der Ernährungsweise


Schnell bekommen wir Menschen einen Stempel und werden in Kategorien eingeteilt. Wir werden Stereotypen zugeordnet, in Schubladen gesteckt, in die jeweilige Gesellschaft eingereiht. Ich möchte aber nicht in irgendeiner Schublade gesteckt werden.

Ich möchte einfach bewusst leben, ohne dafür eine spezielle Bezeichnung zu erhalten. Ich möchte die Plastiktüten in der Obstabteilung hängen lassen, ohne als „Öko“ bezeichnet zu werden. Ich möchte auf Fleisch verzichten dürfen, ohne die Frage „Bist du jetzt Vegetarier oder was?“ hören zu müssen. Und ich möchte auch wieder ausgewähltes Fleisch essen können, ohne „Hä ich dachte, du bist Vegetarier“ hören zu müssen.


Nein, es geht auch anders. Man muss in sich hinein hören, ausprobieren, und den eigenen Körper bewusst wahrnehmen. Ich würde mich nicht als Vegetarierin bezeichnet und trotzdem habe ich im letzten Jahr vielleicht 10 Mal Fleisch gegessen.


Ich möchte nicht einfach konsumieren, sondern essen, trinken und leben, wie ich es für gut befinde. Jeder kann und darf das für sich entscheiden. Jeder sollte dann, aber auch mich machen lassen.


Nachhaltigkeit im Alltag: Mehr als nur Jutebeutel


Verzicht auf Plastiktüten und vorzugsweise zu Jute- und Stoffbeutel greifen. Das Fahrrad für kurze Strecken nutzen und das Auto lieber stehen lassen. Ein Vorgehen, was vermutlich schon viele an den Tag legen. Mit diesem Vorgehen verbinden vermutlich viele Menschen Nachhaltigkeit.


Doch auch in Sachen Ernährung können wir viel zur Nachhaltigkeit beitragen. Das Bewusstsein über Ernährung, Erzeugung und Verbrauch von Lebensmitteln kann uns in eine nachhaltige Richtung lenken. Hierbei heißt es nicht, dass ausschließlich ein hoher Fleischkonsum und dessen Produktion schädlich für die Umwelt ist. Auch vegane Produkte sind nicht immer gut für die Umwelt. Besonders (vegane) Fertigprodukte stehen für Unmengen an Plastikverpackung, langen Transportwegen und fragwürdigen Inhaltsstoffen.

Vielmehr geht es darum, sich bewusst zu machen, was wir in unserem Alltag nutzen und essen.


Wofür brauchen wir das? Wie reagieren wir darauf? Beeinflusst es unser Wohlbefinden? Was könnte ich anders machen? Warum möchte ich das ändern?


Für mich heißt es: Sojaprodukte auf Probe


Mit einer Freundin einen Kaffee in der Sonne trinken, was kann es schöneres geben? Bis zu dem Augenblick, in dem ich mir statt Kuhmilch Mandelmilch in meinen Kaffee gieße. Für einige Menschen scheint es die Todsünde überhaupt zu sein. Wie kann ich mich nur gegen die altbewehrte Kuhmilch lehnen? Der guten alten Milch den Rücken kehren. Hände werden über Köpfe zusammen geschlagen, Augen gerollt und ignorante Blicke. Aber keiner interessiert sich dafür, warum ich das mache.


Kindheit: Kuhmilch aus alten Zeiten


Nein, der guten alten Milch habe ich nicht den Rücken gekehrt. Die gute alte Milch aus meiner Kindheit. Die gute Milch mit Geschmack. Diese unvergleichbar leckere Milch, von der ich in der Nacht den leckeren Milchrahmen mit dem Finger klaute. Schnell genug, damit bloß keiner meiner vier Geschwister diese Köstlichkeit für sich hatte.


Die Sommerurlaube auf dem kleinen Bauernhof am Tegernsee mit der frischen Milch am Morgen, gemolken von Kühen, die mit der Natur noch verbunden waren. Nicht wie ihre industriellen Kolleginnen, die lediglich Beton unter ihren Hufen spüren, Milch produzieren und niemals frisches Gras schmecken werden. Geschweige denn, das Leben auf einer Weide in der Natur kennenlernen dürfen.


Mehr Wasser als Milch. Das ist die Plörre, die vermutlich überwiegend zum Kaffe serviert wird. Keine bewusste Wahrnehmung, kein Blick hinter die scheinbar weiße Fassade. Dabei schmeckt Bio-Milch so viel besser.


Mandelmilch und Sojajoghurt statt Kuhmilchprodukte


Zurück zur Mandelmilch, die bei einigen Menschen Ekel und Ablehnung implizieren, ohne diese vorher probiert zu haben. Wie heißt es doch so schön: Probieren geht über studieren!


Ich möchte nicht behaupten, dass Mandelmilch besser ist, weder für die Umwelt noch für die allgemeine Gesundheit. Ich möchte mir aber einfach ein eigenes Bild machen dürfen. IAusprobieren und auf meinen Körper hören. Eigene Erfahrungen machen, auch wenn sie negativ sind. Bewusst für etwas entscheiden.


Deshalb reduziere ich für eine gewisse Zeit meinen Milchkonsum und verzichte auf Milch und Milchprodukte. Wer weiß schon, wie lange. Aber: Mandelmilch schmeckt.


Warum leiden so viele Menschen an Laktose-Intoleranz? Weil Versorgung mit Kuhmilch ursprünglich nicht vorgesehen ist. Im Laufe der Evolution passte sich der menschliche Körper den Begebenheiten an. Kuhmilch wurde von der Mehrheit toleriert. Andere leiden weiterhin an einer Intoleranz.


Warum trinke ich Mandelmilch?


Vorzugsweise trinke ich Mandelmilch auf Probe, weil ich bemerkt habe, dass es meiner Gesundheit schlichtweg besser geht. Das ist eine rein subjektive Feststellung. Weniger Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme und eine reine Haut sprechen für sich.


Zusätzlich befinden sich höchstwahrscheinlich in Mandelmilch weniger Hormone als in Kuhmilch. Und ich finde manchmal die Vorstellung einfach komisch, dass wir Menschen den Kälbern die Milch weg nehmen.


Muttermilch von einem anderen Lebewesen


Kein Erwachsener würde die Milch einer stillenden Mutter trinken. Nicht ohne Wette, nicht freiwillig. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Meine laufenden Brüste haben in der Stillzeit viele Menschen in die Flucht geschlagen. Aber ein Glas Kuhmilch geht runter wie nichts. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das über die Kindheit hinaus Muttermilch trinkt.


Muttermilch von einer ganz anderen Spezies. Eigentlich bescheuert und auch etwas eklig, oder?


Der Verzehr von Mandelmilch und Sojaprodukten ist eine bewusste Entscheidung. Bewusst leben, bedeutet für mich, etwas festzustellen und die eigenen Konsequenzen daraus zu ziehen. Ob Mandelmilch nachhaltiger ist als Kuhmilch, ist eine ganz andere Frage. Eine Diskussion, die ganz anderes Ausmaß nehmen würde.


Probieren geht über studieren: Erfahrung lässt uns wachsen


Ich probiere aus und nur dadurch kann ich etwas lernen. Das ist das simple Grundprinzip der Menschheit: Erfahrung prägt uns Menschen. Schon in der Kindheit beruht die Entwicklung auf Erfahrungswerte.


Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bewusst leben keinem weh tut. Bewusst zu erkennen, was der Körper braucht und was ihm guttut. Also wieso soll ich dann nicht hin und wieder zur guten Bio-Milch greifen oder eine Zeit lang Mandelmilch trinken?


Transparenz nicht nur an der Ladentheke und im Supermarktregal


Zum bewussten Leben gehört für mich auch Transparenz, so werfe ich immer einen Blick auf das Produkt. Herkunft, Inhalt und Zusätze spielen für mich schon eine Rolle. Natürlich kaufe ich nicht nur regional und Bio ein. Aber ich versuche bevorzugt regionale und saisonale Lebensmittel zu kaufen. Im Sommer wird dann wieder eigenes Gemüse gegessen.


Transparenz für Kinder: Fleisch ist totes Tier


Transparenz gehört für mich nicht nur auf ein Produkt oder zu einer Ware. Es gehört für mich zum Alltag und zur Realität. Deshalb ist und war es mir sehr wichtig, dass mein Sohn ab einem bestimmten Alter wusste, was im Kühlschrank und auf seinem Teller liegt, und woher die jeweiligen Produkte und Lebensmittel kommen.

Fleisch ist von Tieren und die müssen dafür sterben. Milch ist von Kühen und dafür müssen die Kälber von ihren Müttern getrennt werden. Schweine, Kühe und Geflügel sind für viele Menschen einfach nur ein Produkt, ein Lebensmittel und kein Lebewesen. Viele Tiere sind ihr ganzes Leben eingesperrt und können nicht einen Tag an der frischen Luft spielen, laufen und toben.


Ich möchte das mein Kind nicht blind durch die Welt irrt, offen und empfänglich ist für die Realität und für das Leben.


Abschließend möchte ich festhalten, dass ich kein Experte bin, weder in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz noch in Transparenz und Umweltschutz. Ich möchte auch niemanden angreifen oder kritisieren. Aber ich möchte zeigen, wie ein wenig Offenheit und Toleranz helfen können, um bewusster zu leben. Und das nicht nur in Bezug auf die Umwelt, sondern auch auf die bewusste Wahrnehmung, die bewusste Wahl von Produkten und der bewusste Umgang mit der Realität.


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