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Die Pille absetzen: Für mich die beste Entscheidung

Aktualisiert: Feb 4

Die Anti-Babypille wird wahrscheinlich täglich von unzähligen Mädchen und Frauen eingenommen. Und trotzdem ist Gegenwind spürbar: Ich höre von immer mehr Frauen die Adieu zu der Pille sagen. Sie schlichtweg absetzen. Zu dieser Entscheidung habe auch ich mich vor knapp einem Jahr durchgerungen. Dazu stehe ich offen und muss zugeben, dass ich sogar etwas stolz darauf bin. In diesem Blogbeitrag geht es um meine persönliche Erfahrung mit der Anti-Babypille, welche sicherlich anders ist, als schätzungsweise bei der Mehrheit junger Frauen.


Als ich das erste Mal die Pille genommen haben, war ich 19. Hingegen schlucken viele dieses Hormon-Präparat bereits mit 14 Jahren oder noch früher. Vor einem Jahr habe ich die Pille nach fünf Jahren abgesetzt. Fünf Jahre lang habe ich jeden Tag eine Pille eingenommen. Die Gründe? Ich wollte ganz sicher gehen und nicht direkt wieder schwanger werden. Denn es lief bei mir ganz nach Klischee: Keine Pilleneinnahme und eine unerwartete Schwangerschaft in jungen Jahren folgt. Doch mit 24 habe ich es satt gehabt, täglich meinen Körper mit Hormonen zu füttern. Und Kind Nummer zwei soll ja schließlich eine gewisse Chance haben. So hieß es nach dem letzten Pillenblister: Tschüss Pille, Hallo Baby Nummer zwei. Naja, zumindest so ähnlich...


Tolle Haut und große Brüste: Wundermittel Pille?


Als ich 14 Jahre alt war, hat fast jede meiner Freundinnen die Pille genommen. Nicht zur Verhütung, nein, sondern eher als Heilmittel gegen Frauenleiden und, um etwas bei der körperlichen Entwicklung nachzuhelfen. Pickel in der Pubertät? Kein Problem: Einfach die Pille nehmen. Am Anfang der Pubertät und du hast noch keinen Busen? Kein Problem: Hol dir die Pille. Wie oft habe ich mich mit meinen Freundinnen noch in diesen jungen Jahren über die Anti-Babypille unterhalten. Der eigentliche Zweck der Verhütung stand hierbei nicht im Vordergrund, an erster Stelle standen die scheinbar positiven Nebeneffekte.


Bevor ich die Pille genommen habe, hatte ich das Glück trotz Pubertät und Schwangerschaft nie an schlechter Haut oder unerträglichen Schmerzen zu leiden. Mit Einnahme der Pille änderte sich alles: Migräneanfälle, eine künstlich hervorgerufene „Periode“ mit schmerzhaften Krämpfen und unerträglichen Begleiterscheinungen sowie ungewollte Gefühlsausbrüche.


Das Problem aus meiner Sicht ist, das fast jedes Mädchen und jede junge Frau die Pille verschrieben bekommt. Ohne eine umfangreiche Aufklärung, was genau eigentlich im Körper abläuft. Und auch ich habe naiv die Pille geschluckt, sie oft gewechselt, in der Hoffnung weniger Schmerzen zu haben. Natürlich alles in ärztlicher Beratung. Die eher mager ausfiel. Ernüchternde Erkenntnisse.


Auswirkung Pille: Unwissen & Selbstverständlichkeit


Vor einem Jahr habe ich begonnen in eigener Recherche mich über die Pille zu informieren, in mich hineinzuhören und schlussendlich das Hormonpräparat abzusetzen. Ich spreche hier lediglich von meinen Erfahrungen und meinem Unwissen. Aber, bis vor einem Jahr habe ich die Blutung in der Pillenpause tatsächlich für meine Periode gehalten. Auch viele meiner Freundinnen sprechen von Ihrer Periode.


Dabei handelt es sich schlichtweg nicht um die natürliche Periode. Auf jeden Fall nicht um die natürliche Blutung einer Frau. Vielmehr ist es eine künstlich herbeigerufene Blutung aufgrund von den Entzug der Hormone durch die Pillenpause. Und die meisten Pillen (sogenannte Kombipillen) verhindern zuverlässig den Eisprung. Manche jungen Frauen wissen nicht ein Mal genau, was ein Eisprung ist und was weiterhin im Laufe des Zyklus normalerweise im weiblichen Unterleib abläuft. Auch ich tapste vor wenigen Monaten noch in Dunkelheit, gestützt durch Unwissen und Naivität.


Wahrscheinlich würden wir Frauen kein anderes Medikament mit so einer Selbstverständlichkeit nehmen, wie die Anti-Babypille. Oder?


Es wird stillschweigend dieses Präparat eingenommen, denn so wird man zumindest nicht ungewollt schwanger. Aber ist das wirklich der Preis? Geführt von der Gutgläubigkeit, der Mehrheit folgen, ohne zu hinterfragen. Leider sind wir Menschen in vielen Situationen so. Wir vertrauen, hinterfragen selten und informieren uns unzureichend. Auch ich war so.


Mit meinen Beschwerden bin ich zum Frauenarzt, die Kopfschmerzen, Krämpfe und das Leiden seien vollkommen normal, schließlich sei mein Körper während der Pillenpause auf Entzug. Die Lösung: Mehr Hormone, das bekommen wir dann schon in den Griff.


Auf Entzug? Erst nach dieser Aussage wurde mir bewusst, was ich da meinem Körper antue. Mein normaler und natürlicher Zyklus wurde vollkommen aus dem Gleichgewicht gebracht. Und das ist vielen Frauen nicht bewusst. Viele Frauen wissen nicht, was genau ihre Pille macht. Welche Funktionen und Abläufe dadurch verhindert und eingeschränkt werden. Ich erwarte nicht, dass alle Frauen jetzt ihre Pille absetzen. Vielleicht wäre es ein erster Schritt sich zumindest mehr zu informieren, und das nicht nur über die jeweilige Pille, sondern auch über den weiblichen Zyklus.


Nachteile der Pille: Geschlechtskrankheiten haben eine Chance


Aus meiner Sicht ist es viel schlimmer, dass besonders junge Mädchen sich so absolut sicher fühlen mit der Pille. Klar, eine Schwangerschaft ist bei korrekter und regelmäßiger Einnahme nach Anleitung sehr unwahrscheinlich. Nicht nur, dass junge Frauen erst gar kein Gespür und Bewusstsein für ihr eigenes Körpergefühl entwickeln, da sie oft bereits nach der ersten Periode den natürlichen Ablauf durch die Pille unterdrücken, zudem schützt die Antibaby-Pille nicht vor Geschlechtskrankheiten. Hingegen ist der Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten mit einem Kondom gewährleistet.


Sind wir mal ehrlich: Wahrscheinlich verhütet nur ein sehr geringer Anteil der Pilleneinnehmerinnen zusätzlich mit einem Kondom. Natürlich ist es eher naiv, zudenken, dass eine Pille vor Geschlechtskrankheiten schützt. Aber wer ist bitte nicht naiv, wenn nicht junge Mädchen und Frauen in ihrer Findungsphase und während der ersten sexuellen Aktivitäten?


Auch Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Übelkeit, Libidoverlust und schlechte Laune können aufgrund von der Pille vorkommen. Trotzdem sind diese Risiken eher nebensächlich. So scheint es mir auf jeden Fall. Auch als Mama habe ich mir fest vorgenommen, falls ich mal eine Tochter habe, genauer zu informieren. Genau wie es meine Mama tat. Denn sie es der Hauptgrund, weshalb ich nicht als Teenie die Pille genommen habe. Und dafür bin ich ihr wirklich sehr dankbar. Auch, wenn ich es als Pubertier nicht nachvollziehen konnte.


Absetzen der Pille: Die Tortur danach


Pille einfach absetzen. Das dachte ich mir zumindest vor knapp einem Jahr. Doch darauf folgten wirklich schlimme Augenblicke. Bedenkt man, dass ich bereits während der kurzen Pillenpause unter erheblichen Beschwerden litt, ist naheliegend, was nach dem kompletten Absetzen mit meinem Körper los war. Schlaflosigkeit, Unruhe, tägliche Unterleibschmerzen, Übelkeit und letzendlich sehr starke Hormonstörungen.


Kinderwunsch? Fehlanzeige. Die Pille hat scheinbar meinen Körper nach fast einem Jahr immer noch fest im Griff. Psychische und physische Beschwerden verbesserten sich nach den ersten Monaten und ich fühle mich mittlerweile wirklich besser. Ich konnte meinen Körper verstehen, in mich reinhören. Ich spürte meinen Eisprung, habe meine Periode pünktlich bekommen und alles schien gut. Ich habe viel gelesen, mich informiert und lerne meinen Zyklus kennen. Obwohl ich bereits schwanger war, musste ich feststellen, dass ich gar nicht so genau über den Ablauf des weiblichen Zyklus Bescheid wusste. Dafür bin ich jetzt gefühlt eine richtige Expertin.


Doch das alles bringt nichts, wenn sich die Nachwirkungen der Pille irgendwie immer noch in meinem Körper spürbar machen. Seit drei Monaten hat sich wieder alles verändert, ich habe endlose Zyklen und mein Körper spielt verrückt. Jede Mama mit Kinderwunsch kann vermutlich verstehen, was das für mich bedeutet. Jeden Monat die Hoffnung, das lange Warten und die Ungewissheit. Sicherlich, ich habe bereits ein gesundes Kind, trotzdem kann man den Wunsch nicht einfach abstellen. Mittlerweile komme ich mir sogar etwas verrückt vor. Der Kinderwunsch hat mich im Griff. Selbst guter Zuspruch bringt wenig. Mir ist bewusst, dass das Hibbeln nichts bringt. Doch welche Frau denkt bei Überfälligkeit von mehreren Wochen nicht an eine Schwangerschaft? Jetzt heißt es abwarten und schätzen, dass ich endlich einen tollen Frauenarzt gefunden habe, der mir zuhört und mit mir arbeitet. Haltet mich für verrückt, denkt, was ihr wollt. Für viele ist es nicht nachvollziehbar, verständlich, wenn man nicht selbst in dieser Situation ist.


Festzuhalten bleibt trotzdem, dass es für mich die beste Entscheidung war, die Pille abzusetzen. Und ich werde sie auch nie wieder nehmen. Natürlich ist und bleibt die Anti-Babypille ein verlässliches Verhütungsmittel, trotzdem betrachte ich diese frühe Einnahme sehr kritisch. Ich weiß nicht, wie ich darüber denken würde, wäre ich Mutter einer Tochter im Teeniealter. Doch meine Sicht auf diese Verhütungsform ist eher ernüchternd.

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